Montag, 9. Januar 2012

[Rezension] Die Flüsse von London




Titel: Die Flüsse von London
Originaltitel: Rivers of London
Autor: Ben Aaronovitch
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Sprache: auf Deutsch gelesen
Genre: Fantasy, London, Krimi
Seiten: 464
Reihe: Peter Grant #1
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Webseite: Autoreseite
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Bewertung: 5 Herzen
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Inhalt:

Den Verlauf seiner Polizeikarriere hatte sich Peter irgendwie anders vorgestellt. Nachdem ein Mann unter seltsamen Umständen geköpft wird, rückt Peter und sein Team an. Während Peter das Gelände bewacht, erscheint ein Geist neben ihm und berichtet ihm, was wirklich passiert ist. Doch wer soll das Peter glauben?
Detective Chief Inspector Nightingale tut es. Denn er ist der Chef (und einziges Mitglied) der Abteilung, die sich mit dem Übernatürlichem beschäftigt. Er nimmt Peter unter seine Fittiche und gemeinsam gehen sie auf Jagd nach dem übersinnlichen Wesen...


Meine Meinung:

Schon nach der ersten Seite hatte mich dieser Roman überzeugt. Dieser Humor, den der Autor den gesamten Roman über nicht verliert, ist einzigartig und witzig! In einer ironisch und sarkastischen Art, kann man den Humor eigentlich gar nicht als typisch Britisch beschreiben, aber dennoch sieht man die Hauptperson (Peter) als "typischen" Briten und Londoner vor sich. (Schon allein der Name - Peter Grant.)

Aber nicht nur der Humor macht dieses Buch zu einem Schatz! Die Grundidee, die Story, die Figuren, der Schreibstil, die Dialoge. Eigentlich könnte ich alles aufzählen (bis auf das Cover! Ugh!). Auch die Kulisse ist interessant, die Abgründe Londons. Für Leute, die selbst schon in London waren, waren die Schauplätze sicherlich noch interessanter, denn der Autor nennt sehr viele. Nicht allein auf Grund der Personen.

Obwohl bei Personen muss ich konkret werden. Denn es gibt nicht nur menschliche Personen. Es gibt Geister, Vampire, Magier - und Flüsse. Ja, Flüsse in Menschenform. Wie seltsam ist diese Idee? Eigentlich total abgedreht und unpassend. Aber nein! In diesem Roman wird es logisch, ob wohl eigentlich alles unlogisch sein sollte. Wirklich - ich habe noch einen Fantasy-Roman gelesen, der so nah an der Realität ran war.

Meistens heben sich Fantasy-Romane doch sehr von der Wirklichkeit ab, egal wie nah sie am Anfang noch waren. Doch dieser Roman bleibt auf dem Boden der Realität. Allein dadurch, dass es sogar eine (leider nicht ganz anerkannte) Abteilung bei der Polizeit gibt! Herrlich! Und die Flüsse und ihre Familien sind die Gangs von London, herrschen über ihre Viertel und tragen Kämpfe aus. Wobei hier zu sagen ist, dass der "normale" Mensch nicht von der Existenz dieser Wesen weiß. Peter gehört zu dem auserwählten Kreis. Ausgerechnet Peter, der doch eigentlich ein so durchschnittlicher Londoner Bürger ist.

Und noch einmal will ich auf den Schreibstil aufmerksam machen. Denn diesr ist wirklich einzigartig. Es ist nicht so, dass sich das Buch schnell herunter lesen lässt. Man muss schon die Sätze richtig lesen, um die (Wort-)Witze zu verstehen. Dennoch ist das Buch packend und die Gefahr besteht, dass man es in einem durrchliest.

Zur Grundstory: Eigentlich ist dieser Roman ein Krimi. Zu Beginn geschieht ein Mord. Der Sachverhalt scheint klar zu sein. Doch es tun sich wahrlich Abgründe auf. Alle möglichen Wesen kommen ans Tageslicht. Und Peter muss lernen, mit der Magie, die in ihm schlummert, klar zu kommen. Den gesamten Roman durch überrascht der Autor wieder und wieder mit neuen Wendungen, sodass man als Leser nichts anderes machen kann, als sich mitziehen zu lassen. Denn obwohl ich sonst immer gern Vermutungen anstelle und schon früh weiß, wer der Schuldige ist, war es hier eine Überraschung.

Ein Wort zu der Aussage, Peter Grant wäre eine erwachsene Version von Harry Potter, der zur Polizei gegangen ist (O-Ton des Zitats von Diana Gabaldon auf dem Cover). Nein. Dieser Roman ähnelt kein Stück Harry Potter. Auch Peter Grant ist nicht wie Harry Potter. Ich liebe die Harry Potter Bücher und ich liebe dieses Buch. Aber ähneln tun sie sich nicht. Es ist nicht der gleiche Erzählstil und auch die "Welten" unterscheiden sich.

Das Cover ist eine Schande, finde ich. Es ist definitiv nicht eines, wie es schon tausende gibt. Dennoch  lädt es nicht gerade zum Einkauf ein.. Mich hatte ein Aufkleber "Tipp des Monats" auf dieses Buch geführt und restlos hat mich das Zitat von Charlaine Harris unter dem Klappentext überzeugt. Charlaine Harris ist Fan diesen Buches, und wenn sie es ist, muss es gut sein! Das englische Cover gefällt mir übrigens viel besser - wobei es dort auch zwei Versionen gibt (eine ähnelt dem deutschen Cover).

"Die Flüsse von London" ist der erste Band einer Krimi-Reihe rund um Peter Grant. Band 2 ist im Original bereits erschienen, auf Band 3 muss man leider generell noch warten.


Fazit:

Mehr davon, bitte! Der Humor von Ben Aaronovitch ist einzigartig: Britisch, aber nicht zu sehr. Der Roman strotzt nur vor ironischen und geistreichen Aussagen und bietet gleichzeitig eine ausgeklügelte und unterhaltsame Geschichte. Nicht nur was für Krimi-Fans!




Kommentare:

  1. Aw, schöne Rezension :D Wobei mir sogar das Cover gefällt, ist mal was anderes.
    Aber ich glaub hiermit ist mein Kaufvorhaben besiegelt. Ich hab schon länger auf die Taschenbuchausgabe gewartet undn wenn es tatsächlich so gut ist, dann sollte ich es wohl kaufen :)

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  2. Danke!

    Ich finde den oberen Teil des Covers noch ganz nett - den Schriftzug und die Totenköpfe, aber alles unterhalb.. naja. Ist wirklich mal was anderes ;)

    Jaa, les es! Ich habs auch im Taschenbuchformat! :)

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  3. Hi Juliane,
    Schöne Rezi und mir ging es ganz genauso. Fand das Buch einfach nur klasse und erst der Humor des Autors ...einfach herrlich. Freu mich schon auf den 2. Teil. Und soo schlecht finde ich das Cover jetzt auch nicht ;)
    LG Isabel

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  4. Hehe, wahrscheinlich bin ich nur so empfindlich bei dem Cover *g* Aber wenn man sich erstmal das Originalcover genau angesehen hat - das passt einfach so gut! :)
    Jaaa, Teil 2 darf kommen!!

    Liebe Grüße :)

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