Mittwoch, 1. Februar 2012

[Rezension] Red Riding Hood




Titel: Red Riding Hood
Originaltitle: Red Riding Hood
Autor:

Sprache: auf Deutsch gelesen
Genre: Fantasy, Krimi, Liebe
Seiten: 296

Film: 2011
Autorenseite: @sarblakcart

Bewertung: 4 Herzen






Inhalt:

Valerie hat ihn als einzige je gesehen: Den bösen Wolf, der seit Jahren in ihrem Dorf sein Unheil treibt. Meist konnten ihn die Dorfbewohner mit tierischen Opfergaben besänftigen, doch dann tötet er einen von ihnen. Und nicht irgendwen: Es ist Valerie's Schwester.
Die Bedrohung ist wieder greifbar und dann wird es klar: Es muss einer von ihnen sein, der Werwolf lebt im Dorf, zwischen all den Menschen. Und als wäre das nicht genug, wird Valerie von ihren Eltern gedrängt, Henry zu heiraten, obwohl sie und Peter schon eine tiefe und innige Liebe verbindet.


Meine Meinung:

Ich bezweifle, dass jemand dieses Buch mögen wird, der nicht den Film kennt. Denn dieses Buch ist eine wunderbare Ergänzung zu dem Film - aber funktioniert allein nicht. Jedenfalls kann ich mir das nicht vorstellen. Die Charaktere werden zu wenig beschrieben, die Atmosphäre ebenso und auch die Aufstellung des ganzen Dorfes wird viel zu wenig erwähnt. Dieser Roman basiert auf dem Drehbuch von David Leslie Johnson, weshalb er auch als Autor auf dem Buchcover erwähnt wird. Es ist gleichzeitig mit dem Film entstanden und so greifen beide Medien stark ineinander.

Fast ein Jahr nachdem ich den Film gesehen habe, habe ich mich nun an das Buch herangetraut. Ich habe mich an viele Dinge erinnert gefühlt, habe die Personen vor Augen gesehen und mich an die Stimmung erinnert. Diese ist düster, angespannt und gleichzeitig energiegeladen. Der Film hat mich richtig beeindruckt. Und auch dieses Buch hat das alles sehr gut aufgenommen. Jedoch hätte ich mir an der einen oder anderen Stelle mehr Erklärung und Beschreibung gewünscht.

Ja, es ist ein Jugendroman. Aber auch hier darf ruhig mal eine Seite lang beschrieben werden, wie Valerie und Co. leben. Man wird sehr in die Story hineingeworfen. Mit dem Originalmärchen hat es nur bedingt zu tun: Denn ja, es gibt einen bösen Wolf. Und ja, es gibt eine Großmutter und ja, es gibt das Mädchen. Soweit, sogut. Ab und zu hat die Autorin Textpassagen aus dem Märchen einfließen lassen. Das berühmte "Warum hast du so große Augen?" und der Rest der bekannten Fragen.

Dennoch hat diese Geschichte (hier meine ich Film und Buch) eine eigene "Persönlichkeit", es hat keinen Beigeschmack a la "Nachgemacht". Die Hintergründe, was den Wolf betrifft, die Konstellationen der Beziehungen. Valerie. Endlich hat das kleine Mädchen mit dem roten Umhang Gestalt angenommen. Und das in einer sehr toughen und kämpferischen Form. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und zügig. Gerade zu sehen, was sie aus dem Grundgerüst gemacht hat, ist klasse.

Hier seht ihr den Trailer zu dem Film mit Starbesetzung "Red Riding Hood":
 

Nun zu einem gravierenden Minuspunkt. Sprachlos. Ich war fassungslos. Moi kannte schon das Ende dieser Geschichte und ich war soooo gespannt, wie es die Autorin auf Papier gebracht haben mag und dann... fehlte das Ende! Oh mein Gott! Das Buch endet offen. Es wird nicht aufgelöst. Aber Dank Miss Bookiverse weiß ich nun, wo das Ende zu finden ist. Nämlich hier. Warum es nicht in den deutschen Buchausgaben erwähnt wird - keine Ahnung. Denn gerade dieses Ende gibt der Geschichte den letzten Kick.

Eigentlich habe ich mit meiner Bewertung nicht nur allein den Roman bewertet, sondern viel mehr die Grundgeschichte. Der Film verdient ganz klar 5 Herzen, doch da dieser Roman ein paar Schwächen aufweist, muss ich ein Herzchen abziehen. Alles in allem kann ich jedem den Film empfehlen - und denjenigen, die den Film gesehen haben: Ran an das Buch!


Fazit:

Wunderbare Version des klassischen Märchens! Schöner Schreibstil und fesselnde Geschichte. Leider fehlt der Hinweis auf das "echte" Ende (das im Internet zu finden ist), was eine Schande ist.


Kommentare:

  1. Ich habe das Buch extra vor dem Film gelesen und muss dir widersprechen: Buch funktioniert auch ohne Film ;) Lustigerweise habe ich das meiste eher andersherum empfunden, dass im Film viel zu wenig auf Hintergründe eingegangen wird und man im Buch ein viel stimmigeres Bild vermittelt bekommt.

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  2. Das ist ja witzig! Ich hätte nie gedacht, dass es auch so herum funktioniert... Aber gut zu wissen - denn so hätte ich niemanden das Buch weiteremfohlen ;)

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