Samstag, 12. Mai 2012

[Rezension] Die Wildrose



Titel: Die Wildrose
Originaltitel: The Wild Rose
Autor: Jennifer Donnelly
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Sprache: auf Deutsch gelesen
Genre: Liebe, Abenteuer
Seiten: 752
Reihe: Die "Rosen-Reihe" #3
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Webseite: Verlagsseite
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Bewertung: 5 Herzen
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Inhalt:

Die begeisterten Bergsteiger Seamus und Willa sind eigentlich für einander geschaffen und doch hat sie das Schicksal getrennt. Willa lebt am Fuße des Kilimandscharo, Seamus kehrt als berühmter Forscher zurück in ihre gemeinsame Heimat England.

Nur schwer können sie sich an ein Leben ohne einander gewöhnen, aber sie schaffen es. Seamus lernt eine Frau kennen und heiratet sie. Kurz darauf kehrt Willa nach England zurück um ihren verstorbenen Vater noch einmal zu sehen. Beide merken: Es ist noch lange nicht vorbei.

Doch nicht nur Willa und Seamus sind im Fokus dieser Geschichte. Rund um den ersten Weltkrieg angesiedelt, passieren viele Intrigen, politische Verstrickungen und Machtkämpfe. Altbekannte Bösewichte und neue Täter kommen auf die Bühne.


Meine Meinung:

Jennifer Donnelly ist eine unfassbar gute Autorin. Nach "Die Teerose" und "Die Winterrose", hat sie es auch mit "Der Wildrose" geschafft, persönliche Schicksale wunderbar mit dem geschichtlichen Hintergrund zu verstricken und so einen fesselnden Roman zu schreiben, der sowohl die "Histo-Freunde" als auch für "Chicklit-Freunde" etwas ist.

Man muss die beiden Vorgänger nicht gelesen haben, um diesen Roman zu verstehen und zu mögen. Dennoch empfehle ich ausdrücklich, die anderen beiden Roman vorher zu lesen. Denn die Personen tauchen wieder auf. Fiona, die Hauptperson von "Der Teerose" ist, spielt hier sehr oft eine Rolle. Es ist so schön zu sehen, wie es meinen Lieblingen aus den Vorgänger-Bänden ergangen ist. Die Familien leben weiter, es ist als würde man sie persönlich kennen. Und fast ist es auch so - denn diese Romane sind sehr intensiv und "nah".

Orignalcover und noch eine Version des Romans


Dieser Roman ist so realistisch, dass man kaum glauben kann, dass es fiktion ist. Alles passt so gut zueinander. Jennifer Donnelly schafft Verstrickungen, die einen jedes Mal wieder überraschen. Und nicht nur von der Story her ist dieser Roman ein Schmuckstück. Auch der Schreibstil lässt nicht zu wünschen übrig. Er ist flüssig, lässt sich gut lesen, aber ist nicht zu schnell oder oberfächlich. Die Geschehnisse sind detailliert und doch überspringt sie auch gern mal ein paar Jahre, wenn in diesen nicht viel passiert.

Die Figuren wachsen einem ans Herz. Keiner von ihnen ist perfekt, und keiner ist "der Held". Sie ist alle realistisch, manche machen mehr Fehler, manche weniger. Und gerade in Zeiten des Krieges, der ungefähr zu Mitte des Romans ausbricht, zeigt Jennifer Donnelly die Personen nicht idealisiert, sondern den Situationen angemessen.

Normalerweise meide ich Romane, die die Weltkriege thematisieren. Weil ich diese Zeit einfach zu tragisch finde und es schlimm genug ist, dass sie überhaupt geschehen ist, da muss ich zusätzlich nicht noch darüber lesen. Aber dann gerate ich doch immer mal wieder (manchmal ohne es vorher zu wissen) an solch einen Roman (zum Beispiel auch "Abbitte", "Schiff der tausend Träume") und ich bin gefesselt.

Auch dieser Roman hat mich voll und ganz überzeugt. Der Wahnsinn! Ich bin hin und weg von diesem Roman! Ich kann ihn ohne Zweifel weiterempfehlen, gerade für diejenigen, die "die Teerose" und "Die Winterrose" schon kennen ist es ein Muss. Für Neulinge: Beginnt auf jeden Fall mit "Die Teerose". Diese "Rosen"-Reihe ist einer der besten Trilogien und sollten in keinem Bücherregal fehlen.

Die beiden Vorgänger von "Die Wildrose"

Eine Reihenfolge, welcher der drei Teile mir am besten gefallen hat, kann ich schlecht sagen. Wobei, Fiona hat mich noch immer am meisten fasziniert. Übrigens sollte man auf keinen Fall vor der hohen Seitenzahl zurückschrecken, die Romane lassen sich in einem Zug lesen. Länger als drei Tage habe ich an keinem von ihnen gelesen.

Und das Cover: SO WUNDERSCHÖN! Eindeutig ein Highlight!


Fazit:

Ein sehr gelungener Abschluss einer Trilogie, die sich nicht so leicht vergessen lässt. Eine Familie, die in schweren Zeiten viel durchmacht und doch als Vorbild dienen kann. Gefühle kochen hoch, das Leben bebt und Charaktere überzeugen durch ihre Stärke und ihre Authentizität.





Kommentare:

  1. Mir haben auch alle drei Teile unheimlich gut gefallen. Ich bin eigentlich kein großer Fan von historischen Romanen, aber Jennifer Donnelly schafft so eine wunderbare Mischung aus guter Unterhaltung und toller Recherche. Das habe ich sonst noch bei keinem anderen Autoren aus diesem Genre gefunden.

    Für einen Lieblingsteil entscheiden kann ich mich übrigens auch nicht. Alle drei waren unglaublich spannend und mit tollen Figuren ausgestattet. Ich glaube aber, dass mir Fiona fast am liebsten ist. Außerdem mochte ich in der Teerose, dass Jack the Ripper eine Rolle spielte. Insofern könnte 'Die Teerose' doch einen ganz kleinen Favoritenstatus innehaben. Aber wirklich nur einen ganz kleinen.

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    1. Hallo Nina,

      ja, ich finde auch, dass sich Jennifer Donnelly von anderen Autoren im "Histo-Roman" Bereich absetzt. Wobei ich dir auch Susanna Kearsley empfehlen kann - sie hat auch eine wunderbare Mischung und verbindet Gegenwart mit der Vergangenheit.

      Liebe Grüße
      Juliane

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